Ist DSL am Ende?

Oktober 25, 2009 on 11:29 am | In Internet | Kommentare deaktiviert

Das Business mit DSL erscheint im Moment ohne jeglichen Steigerung dazustehen. Die Umsatzentwicklung bleibt weit hinter den Wünschen der Anbieter zurück. Lediglich Kabel BW kann mit dem 100Mbit Paket noch mit einem Plus an Kunden aufwarten. Viele stellen sich die Frage, aus welchem Grund das so ist. Verfügen aktuell alle Nutzer über eine DSL Leitung und werden hier möglicherweise keine Erweiterungen mehr gewünscht? Möglicherweise sind auch alle Nutzer mit dem aktuellen Paket und Netzprovider zufrieden und wollen keine Änderung?

Mitverantwortlich für die stagnierende Kundenzahl ist sicherlich die Marktsättigung, welche hierzulande herrscht. Jeder Nutzer, der die Möglichkeit eines DSL Anschlusses hat, ist bereits angeschlossen. Die Preis- und Leistungsunterschiede der verschiedenen Netzbetreiber sind so gering geworden, das sich ein Providerwechsel nur in den seltensten Fällen überhaupt lohnt. Die entsprechende Weiterentwicklung von DSL schreitet auch nur sehr zögerlich voran. Das schnellste Breitband Paket von T-Online verfügt zwar über einen DSL Speed von 54Mbit (VDSL+), kann jedoch noch nicht in allen Regionen Angeboten werden.

Was für einige Interessenten auch problematisch ist, ist die Tatsache, das fast alle Netzprovider explizit einen Vertrag über 2 Jahre anbieten. Wer möchte sich schon, wie im Mobilfunkbereich alltäglich, wiederholt so eine lange Zeit an einem Netzprovider zu binden. Mindestlaufzeit unabhängiges DSL kann man nur noch bei Alice bzw. Congstar bekommen. Gleichwohl sind dann hier die Einrichtungskosten im vollen Umfange zu übernehmen. Die Preise können emens sein.

Das mobile Internet

Aber auch das mobile Internet bereitet DSL echte Probleme. Die sehr schnelle Entwicklung des mobilen Internets ist genau gegenteilig von dem kabelgebundenen Zugang. Die ursprüngliche Surf-Geschwindigkeit von UMTS sollte bei 384 Kbit/s liegen. Eine ausreichender Speed für Surfen, Videotelefonie und Email. Aber hat sich das Internet seit der Einführung von UMTS im Jahre 2001 wesentlich weiterentwickelt. Ein technische Optimierung war unausweichlich. Das Resultat ist jenes, was man nun gegenwärtig unter HSDPA bewirbt. Der maximale Speed liegt bei den schnellsten Netzprovider in der Größenordnung von 14,4 Mbit/s. Das ist gleich zu setzen mit der Geschwindigkeit von 10.000er DSL. Das dürft mehr sein, als viele Nutzer momentan vorweisen können.

Mobiles Internet ist von überall aus zu realisieren, da es keiner fester Kabelverlegung bedarf. Über einem UMTS Stick gehen die meisten User in das WWW. Da jener in den USB Steckplatz gesteckt wird, kann praktisch jeder Computer mobil in Internet surfen. Natürlich sind auch andere Geräte zu bekommen. Zum Beispiel UMTS Router oder PCMICA Module für Netbooks werden von den Netzanbietern bereitgestellt.

Die Kosten für die HSDPA Flatrates liegen in dem Bereich welches auch bei herkömmlichen Breitband Internet vermarktet werden. Aktuell ab 20€ im Monat kann man mobil Online gehen. Die Vertragslaufzeit liegen hier auch meisten bei 2 Jahre. Selbst Prepaid-Pakete im UMTS Bereich werden bereits von den Netzanbietern vermarktet. Damit besteht die Möglichkeit, zum gleichen Betrag, auch ohne Vertragsbindung das drahtlose Internet zu verwenden.

Fazit:

Durch die aktuelle Weiterentwicklung wird Breitband, kurz über lang, vollständig den breiten Markt verlassen. Dem Zugang über die drahtlosen Techniken wie UMTS bzw. HSDPA gehörten die Zukunft. Aber auch LTE oder auch Long Term Evolution wird mit der drahtlosen 100Mbit/s Technik ab 2010 noch einen starken Push in diese Richtung geben. Wer heute noch Breitband braucht, der sollte sich genauestens überlegen wie lange er sich hier vertraglich. In 24 Monaten hat sich die komplette Internet Technik verändert.

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